
Willkommen auf meiner Webseite! In meinem Blog finden Sie Artikel zu aktuellen, historischen, literarischen und politischen Themen. Ferner Informationen zu meinen Büchern , z.B. bei Goodreads oder Lovelybooks sowie über mich.
Um annähernd auszudrücken, was mich warum antreibt, habe ich ein Zitat des früheren deutschen PEN Präsidenten Hermann Kesten gewählt, weil es geradezu idealtypisch in wenigen Worten zusammenfasst, was für einen Autor wie mich, als Quintessenz eines nicht nur, aber überwiegend künstlerischen Lebens, wichtig war und ist: „Ich halte es für eine Selbstverstümmelung, wenn ein Künstler sagt, er wolle nur durch das künstlerische Wort wirken. Wir alle wirken durch unsere ganze Existenz, mit allem, was wir sind, können und wollen, mit unserem ganzen moralischen und künstlerischen und ästhetischem Gewissen und mit unseren Gesamtleistungen“ (Hermann Kesten)
Als Autor, in heutiger Zeit, muss man sich aus meiner Sicht nicht nur künstlerisch-literarisch, sondern auch politisch wie sozial engagieren. Als Gegenwartsautor darf man nicht in einem Elfenbein -Turm sitzen, und sich nur mit literarisch-künstlerischen Themen befassen. Angesichts der sich verschärfenden politisch-sozialen Probleme unserer Gesellschaft, hat aus meiner Sicht jeder Schriftsteller die Pflicht, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für die brennenden politischen und sozialen Themen der Zeit zu engagieren. Dürrenmatt äußerte sich zwar skeptisch zum politisch-sozialen Engagement eines Schriftstellers: „Ein Schriftsteller kann die Welt im besten Fall beunruhigen, im seltensten Fall beeinflussen, verändern nie„. Da mag er recht haben; dennoch enthebt das meines Erachtens keinen Autor seiner moralischen Verpflichtung, sich zu äußern, zu engagieren, und klar Position zu beziehen. Heinrich Böll war weniger skeptisch und vorsichtig als Dürrenmatt. Böll meinte: „lch halte das [politisch-soziale Engagement] fast für selbstverständlich, besonders für einen Schriftsteller. lch glaube, daß der Schriftsteller, der sogenannte freie Schriftsteller, eine der letzten Positionen der Freiheit ist. Wo die Freiheit bedroht ist, ist die Sprache bedroht und umgekehrt. Die Bedrohung fängt immer mit Sprachregelungen an, und als zweites kommen dann die bildenden Künste an die Reihe. Es gibt verschiedene Stufen der Aktualität, des Eingreifens, des Engagements“.
Nun ändern sich aktuell durch die Digitalisierung nicht nur die Arbeitsbedingungen für Autoren, teils dramatisch; auch der Stellenwert des Schriftstellers innerhalb der Gesellschaft hat sich deutlich verschoben. Die neuen technischen Möglichkeiten lassen auf der einen Seite die Bedeutung und den Stellenwert der Verlage schrumpfen, zerbröseln zugleich die traditionellen Aufgaben und die hergebrachte, gesellschaftlich-soziale Stellung der Autoren. All das wirkt auf mich als Autor ein und zeitigt in der einen wie anderen Weise Auswirkungen. Zu diesem Themenkomplex habe ich eindeutig Stellung bezogen, sei es in Form von Aufsätzen oder thematischen Beiträgen, sei es in Form von Interviews, Vorträgen, sowie anlässlich fachlicher Diskussionen. Einiges davon findet sich auf den entsprechenden Seiten dieser Webseite und kann bei Interesse nachgelesen werden.
Um ein Motto, wie das Zitat Kestens mit Leben zu erfüllen, genügt es nicht, es gleich einer Fahne, eines Wimpels, nur vor sich her zu tragen, oder der schönen Worte halber zu zitieren. Ein Motto wird erst dann authentisch, wenn man versucht es mit Leben zu erfüllen, sprich, nach den im Motto postulierten Normen und Werten zu handeln, zu agieren und zu leben. Angesichts unser aller menschlicher Unzulänglichkeiten, ein hehres, forderndes, anstrengendes Unterfangen, dem ich mich seit vielen Jahren stelle und gerecht zu werden versuche.
Herzlichst Ihr
Frederik D. Tunnat
Freier Schriftsteller im Verband deutscher Schriftsteller/innen