Geschichtliches

Das Thema Geschichte treibt mich seit meiner Kindheit um. Anschaulich wurde das Thema für mich durch Exkursionen mit meinem Großvater, der mit mir Burgen, Ruinen und Schlösser im Umkreis einer Tagesreise von seinem Wohnsitz aus aufsuchte. Er besaß ein profundes Wissen über diese Burgen, wie die adligen Familien, die sie bewohnt hatten. Als wir dann nach Süddeutschland zogen, gab es nicht nur deshalb weit mehr an Burgen und vom Mittelalter zu sehen, weil sich derlei Zeitzeugnisse im Süden Deutschlands besser und häufiger erhalten haben, als im Norden; durch familiäre wie freundschaftliche Konatkte bekam ich mehrfach Gelegenheit noch bewohnte Burgen und Schlösser wie Herrensitze kennenzulernen, und mich in ihnen aufzuhalten. Schließlich weitete sich der Blick durch Besuche auf französischen, norditalienischen, Schweizer wie österreichischen Burgen und Schlössern. Die dabei erhaltenen Eindrücke brannten sich nachdrücklich in mein Gedächtnis und hielten mein Interesse an geschichtlichen Themen lebenslang wach.

Da sich mein Großvater nicht nur privat, sondern später zunehmend auch beruflich bedingt für die Geschichte seines Wohnorts interessierte, hinterließ er mir, als Demjenigen aus der Familie, der sich dafür interessierte, eine Reihe von Unterlagen, die er lebenslang angelegt und gesammelt hatte. Das war der Grundstock für meine eigenen Arbeiten über die edlen Herren von Rosdorf. Meine ursprüngliche Intention war gewesen, die Unterlagen meines Großvaters zu bearbeiten, sie zu aktualisieren und zu verifizieren, um sie sodann zu veröffentlichen. Doch schnell musste ich erkennen, wie viel mehr an Unterlagen und Informationen existierte, als zunächst angenommen. Damit weitete sich mein Blick notgedrungen. Es war, wie es Thomas Mann in seinem Vorwort zu seinen Josephs-Romanen schreibt: je tiefer ich in die Materie eindrang, umso häufiger musste ich erkennen, dass die vermeintliche “Tiefe des Brunnens der Vergangenheit” sich, wie von Thomas Mann beschrieben, stets als irrtümliche Annahme erwies, denn war ich tiefer, sprich in historisch ältere Schichten vorgedrungen, erwies es sich stets, dass das vermeintliche Licht am Ende des Tunnels bzw. des historischen Brunnens nur ein Zwischenschritt auf ältere, sprich tiefere Schichten, d.h. weitere Urkunden war.

Nachdem ich endlich das urkundliche Ende erreicht hatte, ergab sich die Schwierigkeit, das mittlerweile explosionsartig angewachsene Material, die gesammelten Informationen in einen geordneten sachlichen wie chronologischen Zusammenhang zu bringen. Damit gleicht das Unterfangen, die urkundlich basierte Geschichte des Hauses Rosdorf, dass sich als mittlerweile aus diversen Seitenlinien nebst dem Stammhaus zusammensetzt, zu schreiben, dem Versuch, acht bis zehn Biografien in einem Sammelband zu vereinen. Denn anders als bei einer üblichen Biografie, die sich mit dem Leben einer Person befasst, existieren in diesem Fall zahllose Verbindungen und Verknüpfungen, die aufzudröseln und zu gewichten sind. Denn das Hauptaugenmerk war und ist, die Geschichte der Familie der edlen Herren von Rosdorf, d.h. dem Stammhaus des Adels-Klans, zu schreiben, und nicht zugleich die all seiner Seitenlinien.

Mittlerweile steht das Projekt vor seinem Abschluß. Angesichts der Fülle des vorhandenen Quellenmaterials passte das Ergebnis nicht zwischen die Einbanddeckel eines einzigen Buches. Insofern wurden daraus zwei aufeinander bezogene Teile eines Gesamtwerks. Band I der Geschichte der edlen Herren von Rosdorf versammelt eine Auswahl der wesentlichen Urkunden des Hauses, während Band II eine geschichtliche Darstellung enthält, die in schwerpunktartige Aufsätze gegliedert wurde.

Das Cover der beiden Bände der Geschichte der edlen Herren von Rosdorf werden so aussehen (s. Abb.) und aller Voraussicht nach im ersten bis zweiten Quartal 2021 vorliegen:

Urkundenband (1.Quartal)                                     geschichtliche Darstellung (2. Quartal)

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