Karl Vollmoeller Biografie

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Weiterführende Informationen zu Karl Vollmoeller

Das Buch – die Biografie

März 2008 erschien die grosse Karl Vollmoeller Biografie erstmals – sie umfasst je nach Format und Auflage zwischen 510 bis 840 Seiten. In diesem Jahr jährte sich Vollmoellers Geburt zum 130. Mal; sein Tod zum 60. Mal.

Das Buch glieder sich in 8 Kapitel mit 151 Unterkapiteln, in denen in möglichst chronologischer Abfolge das Leben sowie das vielfältige Werk Vollmoellers beschrieben werden. 

Als Multitalent und Genie – so empfanden ihn seine Zeitgenossen zwischen 1903 und 1939 – gliedert sich das Werk Vollmoellers in fünf übergeordnete Bereiche:

  • Dichtung/Literatur
  • Bühnenwerke/Dramatik
  • Filmdrehbücher
  • Archäologie
  • Automobilbau – Flugzeugbau

Diese Bereiche werden innerhalb der Haupt- und Unterkapitel umfassend abgehandelt, so dass sich abschließend ein Bild vom Lebenswerk des ungewöhnlichen Menschen Karl Vollmoeller ergibt, der sein Leben und Werk im Sinne von Wagners künstlerischer Theorie als Gesamt-Kunstwerk inszenierte, lebte und umsetzte. Zu diesem Gesamtkunstwerk gehört als sechster Werksbereich Vollmoellers ausgeprägter Hang, andere Menschen, vornehmlich künstlerisch begabte, mit all seinen Mitteln (auch finanziell) und Möglichkeiten (seine Theaterstücke, seine Filmprojekte, seine exzellenten Kontakte) zu fördern, ihnen zu eigenen Karrieren zu verhelfen.

  • Karriereförderer

Jedem Hauptkapitel sind strukturierende Schaubilder in Form chronologischer Tafeln vorgeschaltet, die eine zusammenfassende Übersicht über den Inhalt des Kapitels geben. Ein ausführliches Namensregister, sowie ein überschaubar gehaltener Anmerkungs- und Erläuterungsteil runden das informelle Gerüst der Biografie ab, und ermöglichen seinen Benutzern und Lesern das schnelle, zielgerichtete Auffinden spezifischer Informationen.

Damit präsentiert sich die Karl Vollmoeller Biografie als das Standardwerk zu dessen Leben und Werk, wie Rezensenten der 1. Auflage, feststellten. Dass es gelang, Vollmoeller dem Vergessen, dem er nach seinem Tod 1948 im us-amerikanischen Exil, vornehmlich in seiner Heimat Deutschland und in Europa, anheimfiel, zu entreißen, verdeutlichen eine Vielzahl der seit 2008 anwachsenden Titel aus dem Bereich der sog. Sekundärliteratur. Diese Titel, die sich leicht durch entsprechende Suche im Internet (Bereich Google Books) ausmachen lassen, befassen sich sowohl mit Vollmoellers Anteil und Bedeutung in einzelnen der oben angeführten Bereiche seines Lebenswerks; als in vielfältiger Weise mit der Rolle, die Vollmoeller für die Karrieren zahlreicher Menschen spielte. Ein Name ragt unter den von Vollmoeller geförderten und protegierten besonders hervor – als Laune des Zeitgeists – nämlich der von Marlene Dietrich. Wurde bis 2008 Vollmoellers entscheidender, essentieller Anteil am Aufstieg der Dietrich zum Weltstar, aus Unwissen oder auf Grund gezielt verbreiteter Unterstellungen ausgeblendet oder gar negativ dargestellt, stellen die jüngeren biografischen Darstellungen über die Dietrich Vollmoellers entscheidenden Part weitaus fairer dar, und unterschlagen Vollmoeller als Haupt-Drehbuchautor des Films und hartnäckigen Durchsetzer der Dietrich für die Hauptrolle nicht länger.

Während sich Studenten an Filmhochschulen, vornehmlich in Deutschland und den USA, wieder bzw. besser erstmals mit Vollmoeller als bedeutendem Drehbuchautor der Weimarer Periode befassen, Germanisten in den USA Vollmoeller als wesentlichen, wichtigen Vertreter des deutschen und europäischen Symbolismus im Zusammenhang mit Rilke und Hofmannsthal bearbeiten, üben ihre deutschen Kollegen nach wie vor eine unheimlich wirkende, weil durch nichts zu rechtfertigende Abstinenz in Bezug auf Vollmoellers Integration innerhalb der deutschen Literaturgeschichte. Doch, wie vereinzelte Fachartikel in wissenschaftlichen Zeitschriften belegen, scheint die Vollmoeller Abstinenz in der Literaturwissenschaft am Bröckeln zu sein. Nicht ohne Grund endet daher die überarbeitete 4. Auflage, deren Umfang sich gegenüber der 1. Auflage um rund 150 Seiten (des ursprünglichen Formats) ausgeweitet hat (wobei das neu gewählte Großformat das Buch schmaler scheinen läßt), mit einer umfassenden Betrachtung über den Umgang der deutschen Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts mit dem Dichter und Schriftsteller Karl Vollmoeller.

Während somit die Vollmoeller-Rezeption in Deutschland noch etwas stotternd daherkommt und erst anläuft, sind die Literaturwissenschaftler in den USA bereits deutlich weiter. So bezieht man dort – völlig zu Recht – mittlerweile Vollmoellers Filmdrehbücher in dessen Rezeption mit ein. Als einen ersten Ausfluss kann man einen fachlich ausgezeichneten, sorgfältig recherchierten und fundiert geschrieben wie bebilderten Artikel über Vollmoellers Film “The Miracle”, zu Deutsch “Das Wunder” als Artikel nicht nur in einer Fachzeitschrift, sondern in einer “öffentlichen” Version auf der amerikanischen Wikipedia lesen.

Hollywood, das Vollmoeller Einiges verdankt, ist zwar noch nicht so weit, dem 1948 als “legendary foreign artist” Gewürdigtem seinen Stern auf dem Hollywood Boulevard zuzugestehen, doch das ist nur eine Frage der Zeit. Wann, so fragt sich, wird Babelsberg folgen, und sich Vollmoeller als entscheidendem Brückenbauer zwischen Babelsberg und Hollywood zuwenden? Spätestens, nachdem in Paris inzwischen eine Kopie des Miracle-Films von 1912 auftauchte, wird es Zeit, Vollmoeller und dessen Filme mit einer eigenen Retrospektive, z. B. im Rahmen der Berlinale angemessen zu würdigen.

Das verkrampfte Verhältnis, dass in Deutschland seit den Kindertagen des Films zwischen Drehbuchautoren und den angeblich mit höheren Weihen versehenen Dichtern und Roman-Schriftstellern aufgebaut wurde, Vollmoeller daher in die Schublade “Groschenroman-Autor” beförderte, hat so gar nichts gemein mit der entspannten amerikanischen Sicht auf die Dinge. Da war es bereits in den Zwanziger und Dreißiger Jahren üblich, dass ein Pulitzer-Preisträger namens Steven Vincent Benet sowohl als Lyriker Anerkennung und Auszeichnung fand, wie seine Brötchen mit dem Schreiben von Filmdrehbüchern verdiente, und, als es ihm finanziell besonders schlecht ging, sich als Privatsekretär bei Vollmoeller verdingte, der so den Freund und Gefördertem half, das Gesicht zu wahren, statt ihm bloß generös einen dicken Scheck zu überreichen. Eine Art amerikanischer Literatur-Nobelpreisträger war sich nicht zu schade für einen Mann wie Karl Vollmoeller als dessen persönlicher literarischer Assistent zu arbeiten, und hier in Deutschland rümpft man über Vollmoeller die Nase, weil er sich nicht zu fein war, Filmdrehbücher zu schreiben. Da bleibt viel zu tun !!!

 

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