298 Gründe, weshalb der Abschuss des Flugs MH17 aufklärt werden muss!

Nach nunmehr sechs Tagen, seitdem sich die Flugzeug-Katastrophe über dem Osten der Ukraine ereignet hat, herrscht trotz der diversen Geheimdienste der drei, am Konflikt um die Ukraine beteiligten Staaten (Ukraine, Russland, USA), angeblich noch immer Unklarheit über den Verursacher, sprich Denjenigen, der die mutmaßliche Rakete abfeuerte, wenngleich sowohl die Ukraine, als auch die USA behaupten, nachweisen zu können, der Abschuss sei aus dem, von den Separatisten kontrollierten Gebiet erfolgt. 

Russland seinerseits hat zunächst wüste, aberwitzige Theorien in Umlauf gebracht (die Rakete hätte dem mehrere hundert Kilometer entfernt fliegenden Flugzeug des russischen Präsidenten gegolten, ein ukrainisches Raketenbatterie habe eine Rakete abgefeuert, die USA hätten das Flugzeug ferngesteuert und sämtliche Menschen an Bord seien bereits vor dem Abflug tot gewesen).

Diese russischen Verschwörungstheorien führen sich selbst ad absurdum, sie bedürfen keiner kritischen Entgegnung. Selbst das russische Verteidigungsministerium fühlte sich am 21.07.14, also fünf Tage nach dem Abschuss bemüßigt, eine regierungsoffizielle Theorie in die Welt zu setzen. Danach habe sich ein ukrainisches Militärflugzeug in der Nähe der Passagiermaschine befunden und eine Rakete abgefeuert. 

Der US-Geheimdienst wiederum behauptet seit Beginn, also seit einem Tag nach dem Abschuss, das Flugzeug sei mit einer Rakete des BUK Systems durch Separatisten abgeschossen worden. Der ukrainische Geheimdienst assistiert und bestätigt diese Behauptungen. Zugleich liefert der ukrainische Geheimdienst zweierlei Beweise: 1. Stellt er abgehörten Funkverkehr zwischen den Separatisten sowie zwischen diesen und ihrem russischen Verbindungsoffizier ins Netz. 2. Fotos und Videos, die den Transport eines Buk Raketensystems aus dem Absturzgebiet an und über die russische Grenze zeigen sollen.

Es erhebt sich die dringende wie grundsätzliche Frage, wie es sein kann, dass die beiden großen Geheimdienstnationen USA und Russland, die über extrem hochauflösende Spionagesatelliten verfügen, „Die USA verfügen über Satellitenbilder mit einer Auflösung von 3 cm, Russland über 30 cm“, nicht in der Lage sind, binnen sechs Tagen hochauflösende, verwertbare, sprich als Beweis taugliche Bilder von dem Abschussvorgang vorzulegen.

Da es sich bei der Abschussregion um einen Bereich nah der russischen Grenze handelt, sich hier seit Monaten ein bewaffneter Konflikt abspielt, der kriegsähnliche Ausmaße angenommen hat, sollte man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen dürfen, dass sowohl die Nato, wie Russland ihre Spionage- und Überwachungs-Werkzeuge sehr gezielt auf diese Region gerichtet haben.

Es erscheint geradezu aberwitzig, sollte die Nato und die dahinterstehenden US Geheimdienste mit ihren gewaltigen, allumfassenden Aufklärungsmöglichkeiten, ausgerechnet während dieser tragischen Sekunden und Minuten nicht zugeschaut, sprich überwacht haben. Was ein solches Verhalten im Ernstfall für die Sicherheit Europas bedeuten würde, ist einfach auszumalen.

Es ist daher unvorstellbar und schlicht nicht möglich, dass die Spionagesatelliten beider Seiten, also die optische (Radar, Fotos, Videos), noch die akustische Rundumüberwachung (Funk, Telekommunikation, Internet) gleichermaßen, zudem im Osten, wie im Westen ausgefallen sein sollte. 

Allein das geringe Material, dass die Ukraine der Öffentlichkeit präsentierte, zeigt, was einem Dienst, der nicht annähernd über die technischen wie finanziellen und personellen Ressourcen der anderen Geheimdienste verfügt, liefern kann. Vermutlich existiert mehr und eventuell besseres Material, wird jedoch, wie das der Geheimdienste Russlands und der USA aus bestimmten Gründen zurück gehalten.

Das Beispiel des russischen Verteidigungsministeriums zeigt, dass immerhin so viel Material vorhanden ist, dass es ausreicht, daraus eine falsche Fährte zu legen und den Versuch, die Weltöffentlichkeit irre zu leiten, mit Spionagematerial unterlegen kann.

Das Problem verengt sich damit auf die zweifelhafte Rolle, die die US Geheimdienste in dieser Angelegenheit spielen. Weshalb halten sie Material, das zweifellos vorhanden ist, zurück? Weshalb belasten sie mehrere Tage lang die russische Führung, um gestern plötzlich einen Rückzieher, eine 180 Grad Wendung zu vollziehen, und mitzuteilen, sie verfügten über keinerlei Beweise, die eine aktive Rolle Russlands beim Abschuss belegen könnten?

Sollte dies die ganze, die volle, die reine Wahrheit sein, wäre es ein fatales Armutszeugnis für einen Apparat, der zwar mühelos in der Lage ist (Snowden und der NSA Skandal lassen grüßen) unbeteiligte, unbescholtene Bürger rund um den Globus flächendeckend, rund um die Uhr, zu überwachen und auszuspionieren, zudem befreundete Regierungen, die Parlamente und Parlamentarier befreundeter Nationen; um dort, wo ihre ureigene Aufgabe liegt, nämlich der permanenten Überwachung des einzigen potentiellen, militärischen wie geheimdienstlichen Gegners und seiner von der Leine gelassenen Kettenhunde, Russlands.

Ein Geheimdienst, der über nahezu unerschöpfliche Technologie und Mittel verfügt, behauptet angesichts einer nahezu routinemäßigen Überwachungsauswertung nicht in der Lage zu sein, Bilder von einem Raketenabschuss liefern zu können, keine Satellitenfotos zu haben, die die Anfahrt, den Abschuss und die Abfahrt eines so gefährlichen Raketensystems dokumentieren, hat seine Aufgabe verfehlt und seine Daseinsberechtigung verwirkt. 

Was können wir als Bürger eines Nato-Staates im Ernstfall von diesen Diensten erwarten? Während sie offensichtlich bis zu einer Woche benötigen, um Material eines Spionagesatelliten und mitgeschnittene Gespräche und andere Kommunikationsdaten auszuwerten, dürfte der militärische Gegner bereits am Rhein oder gar am Atlantik stehen.

Herzlichen Dank, allmächtiger Geheimdienstbruder USA, für diese perfekte Demonstration deiner Unfähigkeit. Eingedenk der nahezu zeitgleich demonstrierten Möglichkeit unsere Mobiltelefone, unsere Internetbesuche, unseren Mailverkehr, unsere finanziellen Transaktionen immer und überall zu überwachen, unsere Regierung intensiver zu überwachen, als die Herren im Kreml, solltet ihr wohl ernstlich beginnen, euch zu fragen, ob ihr noch die richtigen Prioritäten setzt, die richtigen, sprich strategisch bedeutenden Personen und Ziele im Auge habt, oder vor lauter Totalüberwachung a la 1984 bereits den Überblick über die Trilliarden von Gigabytes verloren habt.

Sollte ich mit meinen Annahmen falsch liegen, dann wäre es eine Woche nach dem Abschuss, eine Woche nach dem Tod von 298 unschuldigen zivilen Opfern, darunter gar eines amerikanischen Staatsbürgers, an der Zeit, die Fakten, die Daten und Fotos auf den Tisch zu legen. Ansonsten bleibt mehr als ein schaler Beigeschmack.

Nicht nur die Angehörigen sämtlicher 298 Opfer – gleich welcher Nationalität – haben einen moralischen Anspruch darauf, dass die Wahrheit auf den Tisch, ans Licht kommt. Wir alle haben Anspruch darauf, dass die Schuldigen benannt, überführt und ihrer verdienten Strafe zugeführt werden. Sitzen sie in der Ukraine, in Russland, den USA oder sonst wo.

Ich will keine drei Zentimeter genauen Spionagefotos sehen, will keine unappetitlichen Details aus dem Leben irgendwelcher Politiker sehen! Ich möchte aber bitteschön klare, nachvollziehbare Beweise für einen Raketenabschuss in einem nicht erklärten Krieg sehen, in den wir bereits ungefragt mehr involviert sind, als uns lieb ist. Ich möchte wieder die Gewissheit haben, dass die Geheimdienste, abseits der totalen Überwachung der eigenen Bürger, noch in der Lage sind, ihrer eigentlichen Aufgabe, uns vor äußeren Bedrohungen zu schützen, nachkommen können. Dazu gehört für mich, in Zeiten von Spionagesatelliten, Mega-Computern und einem Füllhorn sonstiger technischer Überwachungsmöglichkeiten, klare Beweise in Form von Fotos, sowie Mitschnitten von relevanten Gesprächen der Öffentlichkeit zu präsentieren, die nicht nur die Ahndung dieses schrecklichen Verbrechens gegen die Menschlichkeit ermöglichen, sondern auch die Fähigkeit der betreffenden Dienste nachweisen. Das ist das Mindeste, was wir, die Dauerüberwachten, von unseren Permanent-Überwachern erwarten können.