Die frühen Grafen des Poitou und ihre Verbindung zu den Immonen

Die frühen Grafen des Poitou und ihre Verbindung zu den Immonen, ihrerseits Vorfahren der Edlen von Rosdorf

Das Poitou war eine der wichtigsten Provinzen Aquitaniens. Im 8. Jahrhundert dehnten die muslimischen Mauren ihre Herrschaft zeitweise von der iberischen Halbinsel über die Pyrenäen auf Aquitanien aus. Dadurch fühlte sich das Fränkische Reich akut bedroht; im Grunde genommen das ganze, damalige christliche Abendland. Es gelang Karl Martell, dem Hausmeier des merowingischen Königs und de facto Herrscher Frankens, 732 in der berühmten Schlacht von Tours und Poitiers, gemeinsam mit seinen Verbündeten, den muslimischen Vormarsch zu stoppen. Damit sicherte er das zuvor eigenständige Aquitanien bis zu den Pyrenäen für das Fränkische Reich. Dennoch blieb Aquitanien bis 771 ein eigenständiges Herzogtum, war aber bereits von den Karolingern abhängig. 781 wurde Aquitanien zum Königreich unter Ludwig dem Frommen erhoben, der 814 fränkischer Kaiser wurde. Sein zweiter Sohn, Pippin I., folgte ihm 814 als König von Aquitanien.

Die Erbauseinandersetzungen im karolingischen Herrscherhaus führten ab 829/830 zu Kriegen zwischen Kaiser Ludwig dem Frommen und seinen drei ältesten Söhnen, Lothar, Ludwig und Pippin, nachdem der Vater seine Söhne durch eine neue Erbteilung zu Gunsten seines jüngsten Sohnes Karl, Halbbruder der älteren Söhne, provoziert hatte. Im August 829 hatte der Kaiser den erst sechsjährigen Nachkömmling Karl (den Kahlen) zum Herzog von Alemannien ernannt. Dies brachte zahlreiche alemannische Adlige in Opposition zum Kaiser und trieb sie an die Seite seiner Söhne, so auch zu Pippin I. von Aquitanien.

Die Jahre von 830 bis 842 waren durch mehrere miteinander verwobene, innerdynastische Kämpfe unter den Karolingern gekennzeichnet. Zweimal, 831 und 833, wurde Ludwig der Fromme von seinen Söhnen Lothar I., Pippin von Aquitanien und Ludwig dem Deutschen gestürzt. Auf einer Reichsversammlung in Aachen im Oktober 837 sprach der wieder in sein kaiserliches Amt eingesetzte Ludwig der Fromme erneut – wider besserem Wissen – bedeutende Gebiete zwischen Friesland und der Seine seinem jungen Sohn Karl zu. Daraufhin kam es Anfang 838 zu einem Treffen zwischen Ludwig dem Deutschen und Lothar, dem Mitkaiser und Unterkönig von Italien, eine Tatsache, die von Ludwig den Frommen als Verschwörung gedeutet wurde. Auf der folgenden Reichsversammlung in Nimwegen, Mai/Juni 838, verkleinerte der Kaiser deshalb den Herrschaftsbereich Ludwigs des Deutschen radikal. Er entzog ihm das Elsass, Sachsen, Thüringen, Ostfranken und Alemannien, so dass Ludwig damit nur auf Bayern beschränkt war.

Mitte September 838 erklärte Kaiser Ludwig dann seinen Nachkömmling, Karl den Kahlen, für volljährig, und krönte ihn zum König von Neustrien. Damit war die ursprüngliche Erbteilung formal beendet, gar ein neues Unterkönigreich geschaffen. Obwohl dieses Handeln eine erneute, massive Provokation gegenüber den drei Söhnen aus erster Ehe darstellte, und eine neuerliche Revolution in der Luft lag, kam dem Kaiser ein Fakt erleichternd zu Hilfe: Pippin von Aquitanien, sein Sohn, war im Dezember 838 überraschend und vor dem Vater verstorben. Nach seinem Tod überging Ludwig der Fromme den Erbanspruch seines Enkels Pippins II., Sohn Pippin I. von Aquitanien. Statt diesen, gemäß der fränkischen Erbfolge zum neuen König von Aquitanien zu erheben, lud Kaiser Ludwig zu einer Reichsversammlung nach Worms, Mai/Juni 839, und verfügte dort eine neuerliche Teilung des Gesamtreiches, dieses Mal nur zwischen Lothar, dem Ältesten und Karl dem Jüngsten. Damit wurden die Erbrechte von Ludwig dem Deutschen sowie Pippin II. in eklatanter Weise und wider geltendem fränkischem Recht umgangen.

Natürlich widersetzten sich diese dem illegalem Treiben ihres Vaters bzw. Großvaters, sowohl Ludwig von Bayern als auch der aquitanische Hochadel, in Person des Vorsitzenden des Hofrats, Graf Immo von Poitou, der Pippin II. zum König ausrief. Die daraufhin 839 ausbrechenden Kämpfe um die Herrschaft in Aquitanien endeten für Pippin II. zehn Jahre später, 848, mit seiner gewaltsamen Absetzung und anschließender Klosterhaft in Saint-Médard in Soissons. Es gelang Pippin II. jedoch 854 aus seiner Haft zu entkommen und Teile seiner Herrschaft in Aquitanien zurückzugewinnen. Unterstützt wurde er dabei erneut von seinen engen Verbündeten um Graf Immo = Emenon von Poitou. 864 wurde Pippin II. jedoch endgültig durch Karl den Kahlen, seinen Onkel, besiegt, erneut in Klosterhaft genommen, wo er kurz darauf starb. 866 wurde das Gebiet des Königreichs Aquitanien an das westfränkische Reich angegliedert.

Während dieser Phase der dramatischen Umwälzungen in Aquitanien stand eine Reihe von Grafen im Mittelpunkt des Geschehens, deren Ursprung nicht im Land selbst, sondern weit entfernt in Alemannien zu suchen ist. Es ragt eine Person hervor: Immo, französisch Emenon von Poitou, Vorsitzender des königlichen Hofrats von Aquitanien. Immo proklamierte Pippin II. 838, nach dem Tod seines Vaters Pippin I. zum König von Aquitanien, in Opposition zu Kaiser Ludwig, der daraufhin Truppen ins Poitou einfallen ließ, und Emenon sowie dessen Bruder Bernhard 839 aus seiner Grafschaft im Poitou vertrieb. Emenon fand zunächst in der Grafschaft Angoulême Zuflucht bei seinem Bruder, Graf Turpion.

Immos Bruder Bernhard floh daraufhin zu seinem Verwandten, Graf Rainald von Herbauges. Die Grafschaft Herbauges umfasste damals das Bas-Poitou mit dem heutigen Pays de Retz und den Norden der heutigen Vendée. Graf Rainald fiel am 24. Mai 843 in der Schlacht von Blain gegen die Normannen. 844 wurde Bernhard von Poitiers von Karl dem Kahlen als Markgraf der Bretonischen Mark eingesetzt, wobei Lambert II. von Nantes übergangen wurde, der die Bretagne als väterliches Erbe für sich beanspruchte. 845 kam Bernhard im Kampf gegen Lambert II. ums Leben. Mit ihm fiel Graf Rainalds Sohn Herve.

Immo bzw. Emenon ging von Angouleme in den Perigord, wo er zwischen 845 und 848 als Graf amtierte. Hier folgte ihm, wie später auch in der Grafschaft Angouleme ab 866 als Amtsgraf sein Verwandter, Graf Vulgrin I. (deutsch Wulfgrin)

Vulgrin stammte aus höchstem fränkischen Adel. Seine Eltern waren Vulfard und Suzanne, eine Tochter Graf Beggos von Paris und Alpheidis, einer Tochter Kaiser Ludwigs. Vulgrin war somit ebenso ein Enkel Kaiser Ludwigs, wie Pippin II. Vulgrins Bruder Adalhard war Pfalzgraf, sein Bruder Hilduin Abt von St. Denis. Hilduins Vorgänger als Abt von Saint Denis war Turpin, der spätere Erzbischof von Reims.

Die Verschwägerung der Grafen von Poitou mit den Grafen von Flavigny bzw. den Taillefer, also Graf Vulgrins Familie, wird deutlich an der Abfolge in der Grafschaft Angouleme, im Perigord und in der Abtei Saint Denis, dem Kloster, das ebenso wie der Krönungsort Reims eine jahrhundertealte enge Beziehung zum französischen Königtum darstellte.

So amtierte von 839 bis 863 Emenons Bruder Turpion in Angouleme. Sein Name stammt von ihrem Verwandten Erzbischof Turpin, einem guten Freund und Ratgeber Karl des Großen. Dass auf Turpin als Abt Hilduin von Flavigny folgte, ist deren Verwandtschaft zu den Grafen von Poitou geschuldet. Auf Graf Turpion folgte im Angouleme für drei Jahre, von 863 bis 866, dessen Bruder Emenon selbst. Auf Emenon folgte Vulgrin I., der Emenon zudem in der Grafschaft Perigord beerbte.

Die Verwandtschaft beider Familien zeigt sich auch daran, dass Graf Emenon einen seiner Söhne Adalhelm, wie Vulgrins Bruder, Adalhelm nannte, wie dessen Onkel, Adalhard von Flavigny, später Pfalzgraf von Frankreich. Adalhelms Mutter, eine geborene Gräfin von Troyes, ermöglichte Adalhelm, ihrem Bruder 886 als Pfalzgraf von Troyes zu folgen. Emenons Sohn Ademar folgte seinem Vater 892 im Poitou als Graf, 985 wurde er von König Karl dem Kahlen bestätigt. Ab 898 war Ademar zusätzlich Graf von Limoges. Von 916 bis 926 war er auch Graf von Angouleme. Er verwaltete dieses Amt für seinen minderjährigen Neffen, den späteren Graf Wilhelm II. von Angouleme.

Ein Bruder Graf Vulgrins hieß IMMO. Diese gegenseitige Leitnamensübernahme weist auf die direkte Blutsverwandtschaft mit Graf Emenon=Immo, denn der Name „Immo“ taucht nur ein einziges Mal bei den Grafen von Flavigny bzw. von Angouleme auf. Immo von Flavigny wird gemeinsam mit seiner Schwester Hildeburg am 2. November 889 urkundlich erwähnt.

Ein weiterer Immo in der Familie der Grafen von Poitou war ein Sohn von Emenons Bruder Bernhard, dem Markgrafen der Bretagne. Dieser Immo scheint mit Graf Giselbert vom Maas- und Lommegau nach Lothringen gegangen sein, da dort um 930 ein Graf Immo (eventuell Großneffe Immos von Poitou?) als Ratgeber von Giselberts Enkel, Herzog Giselbert von Lothringen, in Erscheinung tritt. Der lothringische Graf Immo wird später, ab 975 selbst Pfalzgraf von Lothringen. Der oben erwähnte Graf Giselbert, Großvater Giselberts von Lothringen, war mit einer Tochter Kaiser Lothar I. verheiratet und hielt sich zwischen 846 bis 849/50 in Aquitanien auf, wo zu dieser Zeit Pippin der Zweite herrschte. Giselbert fand u.a. Zuflucht bei Graf Emenon sowie dessen Bruder Turpion.

Die angeführten Daten belegen bereits unstreitig, dass die Grafen von Poitou – Poitiers, von Angouleme, von Perigord und von Troyes zur Zeit Graf Emenons mit den Grafen von Flavigny sowie untereinander verwandt und verschwägert waren. Beide Grafenhäuser waren zudem direkt mit den Karolingern – teilweise deren Nebenlinien – verschwägert. Doch es bleibt die Frage, woher stammten Graf Emenon=Immo und die anderen Grafen des Poitou von Beginn bis Mitte des 9. Jahrhunderts?

Die Antwort liegt, wie oben bereits angedeutet, in Alemannien, konkret in der Gegend um den Bodensee, also in den Grafschaften Thurgau, Zürichgau, Argengau und Linzgau. Von hier aus gibt es Anfang des 9. Jahrhunderts eine regelrechte Wanderbewegung der Amtsgrafen und ihrer nahen Verwandten Richtung Westfranken, nach Aquitanien. Die Wanderbewegung fand im Zusammenhang mit Entstehung, Ausdehnung und Erbfolgen des Fränkischen Reichs, sowie in engem Kontext mit den karolingischen Herrschern statt.

Ursachen für den Amtseinsatz alemannischer Amtsgrafen in Aquitanien

Am 11. September 813 wurde Ludwig der Fromme in Aachen, während einer eigens einberufenen Reichsversammlung, von seinem Vater Karl dem Großen zum Mitkaiser gekrönt. Nach dem Tod seines Vaters, am 28. Januar 814, zog er unverzüglich nach Aachen und trat die Herrschaft im fränkischen Gesamtreich an. Am 15. April 781 war Ludwig bereits Unterkönig von Aquitanien geworden.

Der unerwartete Tod seiner beiden älteren Brüder Pippin und Karl dem Jüngeren, 810 bzw. 811, machte für den nun zum Alleinerben aufgerückten Ludwig diverse personelle Dispositionen in seinem Königreich Aquitanien notwendig. So finden wir ab 811 bis Ende 814 einen Graf Richwin als Amtsgrafen im Poitou. Der in diesem Teil des Fränkischen Reichs nicht übliche Name lässt aufmerken. Tatsächlich gab es zeitgleich einen Graf Richwin in Alemannien.

Anlässlich der Reichsteilung1 806 musste der damalige Linzgau-Graf Ulrich von der Verwaltung des Thurgaus zurücktreten. Der königliche Regent Pippin bestellte damals Richwin als Gaugrafen des Thurgaus. Dieser urkundet ab 806 im Thurgau, einem der zentralen und bedeutendsten Gaue des damaligen Alemannien. Ab 811 wird Graf Richwin ausgerechnet durch Graf Ulrich vom Argen– und Linzgau ersetzt, der 814 bis 817 erneut im Thurgau als Amtsgraf urkundet und Richwin vertritt. Während der Vakanz seiner Grafschaft führte Graf Richwin, wie angesprochen, im Poitou, also im nördlichen Teil Aquitaniens, diese, seit Karl Martell so geschichtsträchtige und bedeutende Grafschaft um Poitiers. Die Vita Hludowici Imperatoris (MGH SS II, p. 618) nennt Richwin „Missus“. Er war zwischen 814 und 817 auch als Bote des Königs tätig, bevor er endgültig in den Thurgau zurückkehrte. Ab 817 bis 822, dem Jahr seines mutmaßlichen Todes, amtierte Graf Richwin wieder in seiner alten Grafschaft, dem Thurgau.

Im Poitou folgte ihm Graf Bernhard, zwischen 815 und 825 amtierend. Die historische Forschung konnte bisher weder Graf Richwin noch Graf Bernhard zuordnen. In Bezug auf Richwin haben wir oben nachgewiesen, dass es sich bei ihm um den Thurgau-Grafen handelt, der während seiner fast sechsjährigen Vakanz die Amtsgeschäfte im Poitou führte, sowie als Missus für seinen König und Kaiser tätig war. Einen abschließenden Beleg hierfür stellt die Schenkung vom 8. August 8382 dar, als sein Sohn Richwin (er war nicht Graf und folgte dem Vater nicht im Amt) für das Seelenheil seines verstorbenen Vaters, Graf Richwin, sowie Kunigunde, seine Mutter, Güter zu Lenzenwil und Wolfertswil an St. Gallen überträgt. Der amtierende Graf bei der Schenkung hieß Gerold, und amtierte nicht nur im Thur- sondern auch im Zürichgau.

In ihm haben wir – entgegen der Meinung Pupikofers3 – einen Verwandten Graf Richwins vor uns, wobei offen ist, ob er ein nicht zugeordnetes Mitglied der Udalrichinger war, oder wahrscheinlicher, der Immonen ist. Denn anders, als bisher angenommen, handelt es sich bei der Einsetzung Graf Richwins, aus Alemannien, im Poitou nicht um eine losgelöste Einzelmaßnahme. Vielmehr war Richwins Einsatz der Auftakt zu einer Aktion, in die Mitglieder der, mit den Thurgaugrafen, wie mit den Udalrichingern und Geroldonen verwandten Sippe der Immonen, federführend involviert waren, über den Zeitraum von zwei Generationen. Während in der Anfangsphase (siehe Graf Richwin und Graf Gerold) Mitglieder der Familie nach wenigen Jahren in die ursprüngliche Heimat zurückkehrten, setzte sich der Zweig um Graf Immo (Emenon) in Aquitanien, im Poitou fest, und verblieb dort.

Die Aktivitäten der Immonen aus dem Thurgau, stehen in engem Zusammenhang mit den damaligen dynastischen Zwistigkeiten im Haus der Karolinger, und entfalten sich zeitgleich nicht nur in Aquitanien, sondern auch im entgegengesetzten Reichsteil, der Grenzmark zu Ungarn und zum Balkan, d.h. in Bayern und seinen vorgelagerten Grenzmarken.

Graf Bernhard von Poitou, als Vorgänger Emenos, dürfte dessen älterer, um 844/45 in der Bretagne gefallener Bruder gewesen sein, der 844 Markgraf der Bretagne wurde. Ihm folgte zwischen 828 bis 839 sein jüngerer Bruder Immo, als Graf von Poitou. Immo war zudem Vorsitzender des Hofrats von König Pippin I. von Aquitanien, den dieser am 09. Juni 828 in seiner Residenz Chasseneuil abhielt. Wie die Urkunde4 ausweist, waren neben Graf Himmoni = Immo-Emenon, zwei weitere Mitglieder aus der Familie der Immonen-Salachonen anwesend bzw. im Rat: Geraldo = Gerold und Salacone = Salacho.

Dass es sich bei den angeführten Dreien um Mitglieder der, mit den Thur-, Argen-, Linz-, Bertholdsbaargau-Grafen verwandten Sippe der Immonen-Salachonen handelt, ergibt sich aus der Tatsache, dass bereits Graf Richwin diesem Kreis zuzuordnen ist. Graf Gerold, der 820 im Zürichgau erstmals urkundet – ohne dass er bisher den Geroldonen oder Udalrichingern zugeordnet wurde – verschwindet ähnlich, wie zuvor Graf Richwin, nach dem 01. März 826 aus seinen Grafschaften und taucht erst am 20. April 829, also drei Jahre später wieder kurz im Thurgau auf. Anschließend ist er erneut fünf Jahre aus seiner Grafschaft fort, bevor er zurückkehrt und erneut, bis zu seinem Tod im Thurgau amtiert. Er dürfte daher, gemeinsam mit seinen mutmaßlichen Cousins, Immo und Salacho, (beides die hervorragenden Leitnamen der Familie, neben anderen wie Waldbert, Ruodbert etc.) nach Aquitanien, an den Hof König Pippin I. geeilt sein, und derjenige Geraldo sein, der in besagter Urkunde 828 erwähnt wird.

Die enorm starken Bande, die sowohl König Pippin I., wie Pippin II. von Aquitanien mit der Familie Graf Immo – Emenons verbanden, dürften auf verwandtschaftliche Zusammenhänge zurückzuführen sein, ohne dass diese bisher konkret bekannt waren.

Noch ein weiteres Mal, zwischen April 829 bis April 834 verschwindet Graf Gerold erneut aus seinem Comitat, um schließlich dort, im Thur- und Zürichgau wieder von 834 bis 840 zu amtieren. Die Lücken bzw. Vakanzen fügen sich exakt in die Wirren und Kämpfe, die innerhalb der karolingischen Familie zwischen Kaiser Ludwig und seinen drei Söhnen nach 829 ausbrachen.

Während Graf Gerold nicht im Poitou amtierte, sich jedoch augenscheinlich gemeinsam mit seinen Verwandten, Graf Immo = Emenon und Salacho am Hof Pippin I. aufhielt, amtierte Immo vermutlich bereits seit 826 im Poitou. Als er 828 in der oben zitierten Urkunde erwähnt wird, ist er nicht nur Amtsgraf des Poitou, sondern fungiert bereits als Vorsitzender des Hofrats, d.h. in herausgehobener Funktion in Aquitanien. Immo amtierte bis 839, bevor er in Folge der Thronstreitigkeiten durch Kaiser Ludwig vertrieben, und als Graf des Poitou abgesetzt wurde.

Mit Immo = Emenon endet die Periode der „alemannischen“ Grafen im Poitou, doch noch nicht in ganz Aquitanien. Denn auch der Name von Immos Sohn Ademar weist zurück auf Alemannien.

Adamar überträgt nämlich um 840 seinen Besitz in Elgg (Zürichgau) an Kloster St. Gallen. Die Schenkung bezeugen die Grafen Gerold und Waldbert5. Graf Gerold wird als königlicher Missus bezeichnet. Waldpert aber hieß der Vater von Immo, Oato und Chadalho, und zwei Grafen Waldpert amtierten Anfang bis Mitte des 9. Jahrhunderts in Bayern, Chadaloh hieß auch Graf Bertholds ältester Sohn, der Baargau-Graf. Für Graf Berthold und seine Tochter Ata aber zeugte der Presbyter Immo – Mitglied der Immonen/Salachonen und Bruder Oatos – 797 in Täbingen6 und 803 in Tuttlingen. (Was auf die Verwandtschaft mit den alemannischen Alaholfingern deutet)

Auch die oben angesprochene Verwandtschaft der alten Grafen von Poitou mit den Grafen von Flavigny bzw. den Taillefer spiegelt sich im Thurgau: denn Immo, ein Vorfahr Emenon-Immos, tradiert 779 u.a. in Affeltrangen. In Affeltrangen und Wilen ist Immos Besitz vergesellschaftet mit dem des ersten Thurgau-Amtsgrafen fränkischer Prägung: Warin (ab 772 im Thurgau) und dessen Sohn Graf Isenbart. Als Graf Isenbart 798 dort tradiert7, testiert diese Schenkung u.a. ein Wolfcheri(n) = Wolfger oder, wie er sich in Westfranken Vulger oder Vulgrin schrieb.

Noch deutlicher treten die alemannischen Wurzeln auch von Vulgrin oder Wulfgrin im Jahr 863 hervor8, als Wolferat in Kesswil tradiert. Einer der Zeugen heißt Wolfgrim d.h. Wulfgrin oder Vulgrin! Da, wie zahlreiche andere Thurgau-Traditionen zeigen, Mitglieder der Familien der Wolf- bzw. Wulf- bzw. der Waldbert bzw. Immo(nen) Leitnamen-Familie im Thur- und Zürichgau mehrfach vergesellschaftet sind und oder gemeinsam urkunden, muss auch in diesem Fall nicht nur von einer Verwandtschaft in Aquitanien, sondern zuvor in Alemannien ausgegangen werden.

Dass die angesprochene Verwandtschaft zwischen Graf Warin und den Immonen/Salachonen nicht nur auf Alemannien beschränkt war, zeigen diverse gemeinsame Besitzungen im Rhein-Maingau. So in Bermersheim, Eschbach/FFM und Freimersheim/Alzey9. Wenskus (S.187 ff) hebt besonders Salacho hervor, den Sohn Graf Immos, der u.a. in Illingen für das Seelenheil seines Vaters stiftete. Wenskus weist zudem auf die dynastischen Zusammenhänge mit den Burkhardingern hin. Chaume wies auf einen Familienteil Graf Warins hin, der ebenso, wie ein Zweig der Immonen/Salachonen, in Westfranken Karriere machte. Interessant in diesem Zusammenhang, dass Dux Ekberts Sohn Warin am Hof Ludwig des Frommen erzogen wurde, und Warins Sohn Cobbo Beziehungen zum Hofe Karls des Kahlen unterhielt, womit wir zurück beim Thema Aquitanien wären.

Die Namen der Brüder und Söhne von Graf Immo = Emenon von Poitou

Während Graf Immos Name vornehmlich im östlichen Teil des Fränkischen Reichs anzutreffen ist – wenige westfränkische Ausnahmen sind Graf Immo selbst, Vulgrins Bruder Immo, der Bischof Immo von Noyon; findet sich dieser Name überwiegend im Rhein-Main Gebiet, im Elsass, in Alemannien und in Bayern. Und zwar stets in direktem Zusammenhang mit Namen aus dem fränkischen wie bayerischen Hochadel.

Auf Immos Beziehungen zum westfränkischen Hochadel sind wir oben bereits eingegangen. Ebenso teilweise auf die Beziehungen seines Bruders Bernhard. Dessen Name deutet auf den unehelichen Sohn Karl Martells. Zu Karl Martell hatte der Immone/Salachone Graf Salacho, persönlichen Bezug und Kontakt. Er ist Spitzenzeuge der wichtigen Urkunde aus dem Herbst 741, kurz vor Karl Martells Tod, in welcher dieser sich scheinbar mit seiner Konkubine Swanahild und seinem Sohn Grifo versöhnt.

Zwanzig bis dreißig Jahre später amtiert in Bayern, der Heimat von Swanahild und Odilo, dem Mann von Karl Martells Tochter Hiltrud, Graf Salucho. Dieser Salucho ist ein wichtiger Weggefährte des letzten bayerischen Herzogs Tassilo. Zeitgleich mit ihm agiert ebenfalls in Bayern Graf Imino10, Graf im Chiem- und Salzburggau, sowie begütert im Isengau, verschwägert mutmaßlich mit den Karolingern, denn sein Bruder trägt den in Bayern und im ostfränkischen Gebiet damals untypischen Namen Karl – Karolus. Die Mutter der beiden Hochadligen hieß Alpun(ia)11, die nicht nur in Langen-Pettenbach begütert war, wie der bayerische Herzog Odilo selbst, sondern eben auch mit den Karolingern verwandt gewesen sein dürfte, wie die Übernahme des karolingischen Leitnamens Karl bei ihrem Sohn zeigt.

Zeitgleich finden wir zwischen Mitte bis Ende des 8. Jahrhunderts die Leitnamen Immo und Salacho sowohl im rheinfränkischen Rhein-Main-Gebiet, in Alemannien und in Bayern. Die erste Generation der Immonen-Salachonen hatte Karl Martell (Graf Salacho) und König Pippin (Graf und Missus Immo) gedient, stand also in unmittelbarem, persönlichem Kontakt mit den karolingischen Herrschern. Während in Bayern Graf Imino, der Priester Immo und Graf Salucho in enger Verbindung zu Herzog Odilo und Tassilo tätig waren, waren es in Alemannien der Presbyter Immo und Salacho. Im Rhein-Main Gebiet waren es Graf Immo und dessen Sohn Salacho, Gauzwin und dessen Söhne Immo und Gerold. In den genannten drei Reichsteilen bzw. Herzogtümern ist der Besitz der Immonen-Salachonen mit dem der jeweiligen Herzogsfamilie bzw. deren oberster Adelsschicht vielfach vergesellschaftet.

Auch in Westfranken, wo wir 726 und 741 Graf Salacho erst im Zülpich-Gau, später im Paris-Gau finden, scheint die Familie durch ihren direkten Umgang mit der Herrscherfamilie, erst des Hausmeiers, später des Königs und dann mit der kaiserlichen Familie, Zugang zu den ersten Reichsadelsfamilien gehabt zu haben. Der äußerst seltene Name Turpin oder Turpion verdeutlicht dies. Turpin hieß nicht nur der Erzbischof von Reims (ca. 750 bis 794), ein Freund Karl des Großen; auch ein Bruder Graf Immos von Poitou, Turpion, hieß so. Bedenkt man, dass Karl Martells Schenkung von 741, deren einer Spitzenzeuge Graf Salacho war, ausgerechnet zu Gunsten Saint Denis erfolgte; Turpin, bevor er in Reims Erzbischof wurde, Abt von St. Denis war, kann nur über diesen, bzw. dessen Familie der seltene Name in Graf Immos Familie gelangt sein.

Graf Beggo I. von Paris, war der Großvater Graf Vulgrin I. Dessen Frau, Alpheid, eine Tochter Kaiser Ludwig des Frommen. Die Namen Alpheid und Alpun haben die erste Silbe gemeinsam, was bedeuten könnte, dass sie auf eine gemeinsame Familie führen. Alpheid stammte aus einer nicht legalen Beziehung des Kaisers mit einer namentlich nicht bekannten Adligen. Alpun(ia) war die Tochter einer Deotrada und eines Erchanfrid. Erchanfrid gehörte, ebenso wie Alpun und Karolus und Graf Imino, zu den Huosi. „Die Vorliebe der Huosier für fränkische Titelheilige hat man aus ihrer Oppositionsstellung gegen die Agilolfinger und ihrer Sympathie für die Karolinger erklärt“ schrieb Mitterauer12. Es macht deshalb durchaus Sinn, die starke karolingische Komponente bei den Immonen-Salachonen von Karl Martell über Pippin zu Karl dem Großen und Ludwig dem Heiligen zu berücksichtigen. Über sie dürfte sowohl die Verbindung zu den Huosi, wie von diesen zu den Karolingern möglich geworden sein.

Berücksichtigt man die namens- und besitzrechtlichen Verbindungen, die zwischen dem Missus Graf Immo und Imma, der Frau des Geroldonen Graf Gerold bestanden, sowie die erörterten engen Kontakte zwischen dem Thurgau-Adel, zu dem die Immonen-Salachonen zählten, wäre es möglich, dass tatsächlich ein verwandtschaftlicher Zusammenhang zwischen der Mutter von Alpheid und der Mutter von Alpun(ia) bestand, wie der Hinweis auf den Begriff consorbini nahelegt. Der Vater Immos und Walperts hieß Deot-pert. Deot-rada dürfte deshalb seine Schwester gewesen sein, was den Namen Immo bzw. Immino und damit den Zusammenhang mit den Immonen und deren Verschwägerung mit den Huosi in Bayern, den Geroldonen in Rhein-Main-Franken, sowie die eventuelle Verschwägerung mit den Karolingern über die Mutter der Alpheid erklärbar macht. Damit wäre auch die einzig vernünftige Erklärung für die Verwendung des karolingischen Leitnamens Karolus in der Familie (halb Huosi, halb Immonin) gegeben. Die realen historischen Lebensdaten der Betroffenen passen ins historische Schema13.

Doch zurück nach Aquitanien. Graf Vulgrins Tochter, Sancha, war mit Ademar, dem Sohn Graf Immos von Poitou verheiratet. Vulgrin hatte vier Brüder, einer hieß Immo, wie Ademars Vater, Graf Immo von Poitou. “genitoris mei Vulfardi et genetrice mea Susannane necnon et germanorum fratrum meorum Adelardo, Vulgrino, Ymo et sorore mee Hildeburga vel nepote meo Vulgrino14

Ademar haben wir, wie seinen Vater und seine Verwandten, Graf Gerold und Graf Richwin im Thurgau verortet. Auch Graf Immos zweiter Sohn, Adalhelm, der spätere Pfalzgraf von Troyes, läßt sich im Thurgau finden. Als 851 Engildrud einen Hörigen freiläßt, zeugen u.a. Immo und Adalhelm für sie15. Im Jahr 778 testierte Immos Vater Waldpert gemeinsam mit Adalhelm die Schenkung Ramberts in Fischbach bei Tettnang. Die beiden ausgewählten Traditionen zeigen über den Zeitraum von drei Generationen das beständige Vorhandensein beider Leitnamen in der Familie der Immonen. Insofern dürfte Adalhelms Name auf gemeinsame Thurgau-Verwandte zurückgehen.

Adalhelms Mutter war die Tochter Graf Odos von Troyes. Falls zutrifft, dass Odo ein Sohn Graf Roberts vom Wormsgau war, würde sich die Verschwägerung mit dem Immonen Immo von Poitou überzeugend ergeben. Die Immonen/Salachonen hatten besonders im Wormsgau umfangreichen Grundbesitz, wie zahlreiche Schenkungen von Familienmitgliedern aus der Zeit zwischen 750 und 820 an Lorsch belegen. Vornehmlich tradierten Salacho, Immo und Erenbert. Die Verbindung mit den Robertinern würde auch erklären, weshalb Adalhelm von Poitou auf seinen Verwandten Robert vom Wormsgau als Pfalzgraf von Troyes folgte. Robert war Schwiegersohn König Ludwigs des Stammlers. (Ein neuerlicher Hinweis auf die Nähe der Immonen/Salachonen zum karolingischen Herrscherhaus)

Ein dritter Sohn Emenos von Poitou hieß Arnald. Er stammt aus einer zweiten Ehe Immos mit Sancha, Tochter des Grafen der Gascogne. Sein Name hat, anders als die seiner Halbbrüder aus erster Ehe, keinen Bezug zum Thurgau. Arnald folgte seinem Onkel Graf Sancho Sanchez, dem Bruder seiner Mutter, ab 864 als Herzog der Gascogne16. Er starb um 885. Bei den Grafen Sanchez handelt es sich um Gegner König Pippin I. von Aquitanien. 836 war Graf Aznar Sanchez dem König von Aquitanien abtrünnig geworden und deshalb grausam getötet worden. Aznars Bruder Sancho war es, der 852 König Pippin II. jagte und festnahm und an Karl den Kahlen auslieferte.

Die Ehe zwischen Sancha, Schwester der beiden Grafen von Gascogne und Graf Immo von Poitou dürfte nach 836 wohl aus diplomatischen Gründen geschlossen worden sein. Wie die Ereignisse von 852 zeigen, brachte die Ehe zwischen dem Hofrat König Pippins und den Gegnern des Königs zwar Pippin II. zunächst die Unterstützung der Gascogner, konnte letztlich aber König Pippins Leben nicht garantieren. Sancho Sanchez ließ sich von König Karl bestechen, um dessen Rivalen um den Thron, Karls Neffen Pippin II. festzusetzen.

Die diplomatische Heirat ermöglichte jedoch der Familie von Poitou das Herzogtum Gascogne 864 durch Arnald, Graf Emenos dritten Sohn, friedlich zu übernehmen, und somit Aquitanien zu befrieden, bevor Karl der Kahle das Land Westfrankreich einverleibte und es damit seine Unabhängigkeit verlor.

Schenkungen und Testate der Immonen/Salachonen

Der familiäre Hintergrund der Familie der Immonen-Salachonen stellt sich wie folgt dar: 726 und 741 taucht Graf Salacho in zwei wichtigen Urkunden17 Karl Martells als Zeuge und Amtsgraf auf. 757 überwacht Graf Immo als königlicher Missus die Wahl Papst Paul I. in Rom18. Achtzehn Jahre später, 775, Graf Immo war gerade verstorben, stiftete sein Sohn Salcho = Salacho in Illingen an Lorsch19. Doch nicht nur hier, in Illingen, war Immos Besitz mit dem Immas, der Frau Graf Gerolds und Mutter von Kaiser Karls Ehefrau Hildegard ergesellschaftet; auch in Osthofen, sowie bei Thalheim am Neckar verfügten beide Grafen über Besitz. Zehn Monate nach Graf Immos Tod befasste sich Karl der Große persönlich mit einer seiner früheren Stiftungen20. In der Pfalz Schlettstadt im Elsaß sprach Karl persönlich Recht und den strittigen Besitz aus Immos Stiftung, statt an das Kloster Corbie dem Kloster Honau zu, dessen damaliger Abt ein Freund des Kaisers war.

1. Thurgau, Linzgau, Zürichgau

752 testieren Sala(hi)cho, Immo und Tuto für Mothar in Theuringen bei Tettnang im Linzgau.

762 Testiert Salaho(nis) für Hemmo = Immo und Waldger in Züberwangen, Thurgau. Gaugraf ist Warin.

In Elgg testieren 762 Salucho und Nangher für (A)imonis. Hier in Elgg macht Immo 827 seine große Schenkung an St. Gallen, während der Vakanz von Graf Gerold. Graf Erchanbald vertritt diesen. Salucho testiert 762 für Winibert in Brenggau im Thurgau.

771 schenkt der Presbyter Immo in Ailingen bei Tettnang im Linzgau.

774 schenkt Sigga in Engishofen, Thurgau an Immo, Hahano und Punnoni.

775 testiert Salucho für Unforaht in Eschenbach, Thurgau und für Atta in Uster.

778 schenkt der Priester/Presbyter Immo in Ailingen bei Tettnang an Lorsch.

779 schenkt Immo in Affeltrangen im Thurgau

790 testieren Salicho, Warin und Erchanbert für Trudold in Gebhardswil und Sirnach, Thurgau.

796 Salacho für Winithar in Wil und Jonschwil, Thurgau.

797 testiert der Presbyter Immo für Graf Berthold und Tochter Ata in Täbingen und Seedorf.

800 Immo testiert für Bischof Egino in Bermatingen, Linzgau.

827 schenkt Immo in Elgg, Affeltrangen, Stettfurt, Immenberg = Berg des Immo, Wezikon, Zezikon, Märwil, Wil(en), Battlehausen, Tekinhova, Birwinken an St. Gallen.

829 Salucho testiert für Abt Gozbert mit Graf Gerold in Uznach

830 schenkt Immo in Rickenbach und Bottikofen, Thurgau. Graf Erchanbald in Vertretung Graf Gerolds testiert.

847 Immo, Amalunc und Gerold testieren für Linco in Utwil, Thurgau. Graf Gerold amtiert.

855 Immo und Otakar für Abt Crimold in Seeben, Thurgau, Graf Ulrich amtiert.

855 Immo(ni) testiert zusammen mit Graf Ulrich einen Vergleich Abt Crimolds für Hütwilen und Seeben. Immo testiert auch die Schenkung Waldperts in Utwil. Graf Adalbert amtiert.

886 Immo als Vogt für Graf Ulrich und Graf Gerold schenkt in Hettlingen und Hofelden, Thurgau und Zürichgau.

886/87 Immo testiert für Erchimbert in Elgg und Wängi

888 Immo testiert mit Graf Adalbert und Graf Gerold für Bruning am Bodensee. Graf Ulrich amtiert. Immo und Graf Adalbert testieren für Thiotbold in Winterthur. Graf Adalbert amtiert.

904, 905, 912 Immo testiert und überträgt Erbbesitz in Heldwil, Thurgau für Thiotbold, Wering und Kerin

2. Main-, Rhein-, Wormsgau

760 Graf Immo schenkt in Osthofen und Hohengöft (In Osthofen schenken auch Gräfin Imma und Graf Gerold II.)

765 Immo schenkt an Fredegauz in Wachenheim, Wormsgau

765 Immo, Bernhard, Gerold und Aigilulf schenken in Saulheim, Wormsgau

766 Salicho schenkt in Bellinger Marca, Maingau

766 Salicho verkauft in Monzernheim, Wormsgau

767 Salicho schenkt in Freimersheimer Marca

768 Immo und Gerold (Brüder) schenken in Flörsheim

768 Immo und sein Vater Gauzwin schenken für Gerold und Reginswind in Wachenheim

769 Salacho schenkt in Flörsheim

771 Salacho und Erembert in Kreuznach

772 Immo und Megingoz (Bruder Graf Gerold II.) für Reginbodo in Wallstadt

775 Salucho für seinen Vater (Graf und Missus) Immo in Illingen

779 Salacho in Oppenheim

782 Salacho in Eschborn und Oppenheim (in Eschborn tradiert 773 Graf Warin)

782 Salacho, Anila, Sohn Folcman in Dürkheim und Flörsheim

786 Salacho für Äbtissin Aba in Bellinger Marca, Roden, Oppenheim

790 Salacho in Bürgel und Flörsheim

792 Salacho in Bermersheim und Roden

794 Salucho in Bermersheim

796 Immo, Gerwin, Udo, Bernacar, Gerold, Siggo in Dalheim, Dienheim, Mainz

797 Salucho in Saulheim

798 Salucho, Uogo, Berthold, Lantfrid in Dienheim

815 Imma in Bellinger Marca, Roden, Dalheim

825 Erembert in Bermersheim, Dalheim

832 Salacho in Bürgel

841 Salucho, Meginhard, Landbert, Gerold testieren für Guntram in Mainz, Oppenheim

914 Immo, Adokat des Bistums Regensburg + Vogt von St. Emmeram bestätigt zwei Verträge König Konrad I. und Bischof Tuto von Regensburg in Forchheim

3. Isengau, Salzburggau, Donaugau

750 Graf Immino, Graf Heimo und Salacho für Salzburg

752 Richter Salucho für Cunibert in Pang-Isen

754 Graf Immino für Graf Timo in Thulbach, Moosburg, Isengau

755 Graf Immino und Salacho fur Uogo, Maxglan Salzburggau

770 Graf Salucho, Herzog Tassilo, Ratolt, Reginolt für Adalgar, Ebersberg, Allershausen Isengau

772 Graf Immino und sein Bruder Karolus in Lebenau und Heining, Salzburggau

772 Presbyter Immo für Abt Rihpert in Ilmmünster, Isegau

772 Graf Salucho für Ramwolf, Ratolt und Regingoz in Grossviecht, Moosmühle, Abesberg, Isengau

774 Presbyter Immo für Ratpot in Moosach und Glonn, Isengau

777 Graf Immino und Karolus schenken an Freising

777 Graf Salucho für Toto und Scrot, Holzen, Isengau

777 Graf Salucho für Herzog Tassilo in Kremsmünster

778 Salucho und Graf Machelm für Kloster Mondsee in Ostermunstingen

783 Immo und sein Bruder Oato schenken in Biberbach

791 Immo für Graf Helmwin in Regensburg, Donaugau

798 Immino Graf im Salzburggau und Chiemgau

802 Immo und Toto in Scharnitz, Isengau

803 Chadaloh bestätigt die Schenkung Waldperts und Oatos an Freising, Isengau

804 Immo für Bischof Atto und Abt Liutfrid (Chiemsee) in Aibling

804 Immo und Toto für Wolfher in Zolling, Isengau

808 Immo, Graf Adulf, Graf Cotaram, Popo und Billung für Wirut in Fischbach

808 Salucho und Toto in Moosach, Isengau

809 Richter Immo in Buch und Holzhausen, Isengau

814 Advokat Immo (Regensburg und St. Emmeram) für Bischof Adalwin

814 Immo und Toto für Abt Richpald in Regensburg, Donaugau

814 Toto und Salacho in Nassenhausen

814 Immo in Allershausen

815 Immo und Toto für Wago und Bischof Hitto in Pfettrach

818 Presbyter Immo in Holzhausen an Freising

821 Salucho und Toto in Zorneding

822 Advokat Immo, Abt Rihbald, Salacho und Immo testieren Schenkung an Regensburg

822 Advokat Immo, Graf Machelm, Billunc und Graf Waltoni testieren für Regensburg

822 Graf Salacho und Graf Helmwin für Regensburg

822 Salucho und Toto für Wago an Freising

825 Salucho, Toto, Scrot und Graf Heimo im Isengau

826 Immo. Ratpot und Graf Heripert in Reichertshausen

828 Salucho und Graf Reginhart in Ölpersberg

838 Salacho Markgraf in Karatanien

853 Immo bestätigt König Ludwig die Grenzen der Mark Kempten

1 Divisio Regnorum hieß die Nachfolgeregelung Karls des Großen, die dieser am 6. Februar 806 erließ. Sie sah die Aufteilung des Fränkischen Reiches unter seine Söhne Pippin von Italien, Karl dem Jüngeren und Ludwig dem Frommen vor. Da Pippin und Karl der Jüngere vor ihrem Vater Karl dem Großen starben, wurde diese Reichsaufteilung hinfällig.

2 Sang. I., Nr. 374

3 Pupikofer – Geschichte der alten Grafschaft Thurgau, 1886

4 Pipinus, gratia Dei, rex Aquitanorum. Cum nos in Dei nomine, die Martis Casanogilo villa, palatio nostro, in pago Pictavo, secus alveum Clinno, ad multorum causas audiendum rectaque judicia terminandas resideremus; ibique venientes aliqui homines, nomen Aganbertus, Aganfredus, Frotfarius et Martinus, tam ipse quam eorum pares coloni sancti Pauli de villa Antoniaco ex monasterio Cormaricum sive Jacob abbate; ibique se proclamabant incontra ipso abbate vel suum advocatum, nomine Ageno, eo quod jam dictus abba vel sui missi eis super quærissent vel exactassent amplius de censum vel de prosoluta, quam ipse per drictum facere nec solvere non debebant, nec eorum antecessores antea ad longum tempus non fecerant nec solserant; nec talem legem eis non conservabant quomodo eorum antecessores habuerant. Sed ipse Agenus advocatus et Magenarius præpositus ex ipso monasterio de præsente adstabant, et taliter incontra ipsos intendebant, quod jam dictus abba nec ipsi nullas functiones nec redibutiones eis non exactaverant nec exactare jusserant, nisi quale ipsi per drictum vel per triginta annos partibus ipsius monasterii tam ipsi quam et eorum antecessores desolserant; et discriptionem ibidem optulerunt ad relegendum, in quo continebatur quomodo, sub tempus Alcuino abbate, ipsi coloni et ipsa villa qui ad præsente adstabat, unacum eorum pares, cum juramento dictaverunt, quid per singula mansa ex ipsa curte desolvere debebant, et habebat daturum ipsa discriptio anno trigesimo quarto regnante Carolo rege. Interrogatum fuit ad jam dictis colonis, qui ibidem de præsente adherant, supra discriptione dictaverant vel ipsa redibutione per annorum spatia dissolserant, sicut in ipsa continebatur; aut supra discriptio vera aut bona adherat, aut si contra ipsa aliquid dicere aut opponere vellebant annon. Ipsi ipsam discriptionem veram et bonam esse dixerunt vel recognoverunt, et hoc minime denegare non potebant quod ipsa redibutione per annorum spatia non desolsissent, vel ipsam discriptionem ipsi non dictassent vel antecessores eorum. Proinde nos taliter, unacum fidelibus nostris, id sint, Himmoni comiti, Dadeno, Bobilone, Launaldo, Dodone, Sigoino, Gyslebaldo, Hifarius, David, Helinberto, Adalberto, Acsindo, Amalfredo, Joseph, Arcambaldo, Erinfredo, Geraldo, Ruben, Rotgaudo, Leotgarius, Ingilberto, Dettimio, Salacone, Sevet, Johanni comiti palacii nostri, vel reliquis quampluris, visi fuimus judicasse, ut, dum ipsi coloni taliter se recognoscebant sicut superius est insertum, ut ipsa discriptione sicut ipse dictaverunt vel conscripta adherat, vel ipse ipsa redibutione per spacia annorum fecerant, ita et per singulos annos partibus ipsa casa Dei facere vel dissolvere debeant. Proptera jubemus, ut, dum ac causa sic acta vel perpetrata esse cognovimus, ut memoratus Agenus advocatus sive Magenarius præpositus tale scriptum partibus ipsa casa Dei exinde recipere deberet, quod ita et de præsente manifestum est fecisse. Deotimius, ad vicem Johanni comiti palacii, recognovi et subscripsi. Datum quinto idus junio in anno xv imperium domni Hludowici serenissimi imperatoris. Nectarius scripsit et subscripsit.

5Beides Namen, die, wie die zitierten Urkunden aus St. Gallen, Lorsch, Freising und Regensburg zeigen, der immonischen Familie zugeordnet sind

6Sang I, 150 + 176

7Sang I, 146

8Sang. II, 494

9CL 1041, 3450, 3330, 1761, 1762

10 Breves Notitiae und Notitia Arnonis

11 Wenskus (S. 337) schreibt „In Bayern ist der einzige belegte Karolus der Sohn der Huosierin Alpun, die 772 in einer Schenkung im ,,Huosierzentrum” Langenpettenbach genannt werden. Es verwundert daher nicht, wenn die zu den Huosiern zu zählenden Stifter von Benediktbeuren als consobrini Karl Martells bezeichnet werden.“ Consobrini = Geschwisterkinder, deren Mütter Schwestern sind

12M. Mitterauer: Karolingische Markgrafen im Südosten, 1963

13Konkreter nachzulesen über Imino, Karolus, Alpun etc. bei Jahn, Dukatus Baiuvariorum 1991

14 Saint-Benoît-sur-Loire XXXI, p. 85

15Sang II, 417, Sang. I, 84

16Ex Historia Translatione Reliquiarum S. Faustæ, RHGF VII, S. 344

17 Diplomata Maiorum Domus 12, 14

18 Cod. 13, Cen 12 – Ex. Cod. f. 22 „per Imomonem missae, missum domni Pippini regis“

19 CL 2363

20 MDD Kar.I, 110

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