Goethe war Selfpublisher – heutige Selfpublisher werden scheel angesehen

Obwohl sich aktuell die Situation etwas gebessert hat, macht die Literaturszene wie das Feuilleton, der Buchhandel, sowie die Verlagswelt noch immer folgende Unterscheidung: hier die von einem Verlag verlegten Bücher eines Autors, dort das im sog. Selfpublishing produzierte Buch.

Dabei wird nicht nur gehörig die Nase gerümpft über die unisono als Schmuddel-Autoren betrachteten Selfpublisher; als Autor ist man ohne bei einem wie auch immer gelagertem Verlag veröffentlicht worden zu sein, von diversen Wettbewerben, Aktivitäten als Autor generell ausgeschlossen.

Dabei sollte man nach dem Motto verfahen: zeig mir Deine Bücher und ich erkenne wer Du bist.

Zahlreiche, bei offiziellen Verlagen verlegte Bücher, gehören in die Kategorie: besser nie produziert. Dafür finden sich unter den zahllosen, überwiegend von Hobby- und Möchtegern-Autoren veröffentlichten Selfpublishing-Büchern durchaus bemerkenswerte, seriöse Bücher mit weit fachlicherem und seriöserem Anstrich, als der Buchkitsch mancher Bestseller-Verlage.

Wo also und wie sollte und kann man erkennen und entscheiden, ob ein Buch, gleich ob selbstverlegt oder von einem Verlag, jene Qualitätsmerkmale und Kriterien aufweist, die ein „ordentliches“ Buch auszeichnen?

Unter Autoren und Schriftstellern gibt es eine erhebliche Bandbreite qualitativer Unterschiede. Nicht jeder Bestseller-Autor gehört, bloß weil sich seine Bücher wie Ware auf dem Grabbeltisch gut verkauft, zu den guten oder gar begnadeten seiner Zunft. Umgekehrt kann man nicht jeden Autor, bloß weil er im Selbstverlag oder als Selfpublisher verlegt, als unfähige Niete sehen.

Selbst manch einer unserer deutschen Geistesgrößen, einer der beiden Weimarer Olypier, Johann Wolfgang Goethe, begann als Selfpublisher!  Seinen Götz von Berlichingen verlegte er anonym und finanzierte den Druck von 500 Exemplaren aus der eigenen Tasche, eventuell der des Vaters. Und jenes Buch, das Goethe seinen frühen Weltruhm einbrachte und seine Karriere als Autor einleitete, der Werther, war für den Jungautor in erster Auflage ein finanzielles Desaster. Wer das mit Goethe als Selfpublisher nicht glaubt, der lese entweder unter folgendem Link nach https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/goethe-im-selbstverlag-1775319.html, oder bei  Jochen Klauß: “Genie und Geld. Goethes Finanzen”. Patmos Verlag.

Goethes Beispiel beweist, das gültige Vorurteil: ein wirklich guter Autor zahlt nie und nimmer dafür, veröffentlicht zu werden, er wird auf Kosten eines Verlags veröffentlicht, stimmt weder heute in dieser Pauschalität, noch traf dies in der guten alten Zeit, Ende des 18. und während des 19. Jahrhunderts zu.

Bereits meine Einleitung lässt deutlich werden, dass es mit dem in Deutschland ach so Pauschalieren nicht weit her ist, um Autoren gemäß Aschenputtel in Gute und Schlechte zu trennen. Das verlegende Medium jedenfalls, hier Verlag, dort kein Verlag=Selbstveröffentlicher bringt nicht ernsthaft weiter.

Daher nun mein in der Überschrift angekündigtes Statement in eigener Sache.

Dass ich inzwischen meine Bücher ausschließlich in Eigenregie veröffentliche, hat mit vier unterschiedlichen Erfahrungen zu tun, die ich mit drei traditionellen Verlagen und einem Startup machen durfte.

Natürlich wollte ich, dass meine Vollmoeller Biografie, als seriöse Arbeit, bei einem als seriös verschrienen Verlag verlegt würde. Also unterwarf ich mich dem dazu vorgeschriebenen Prozedere, bot mich und mein Werk auf dem Markt feil, wie Obst, dessen Verfallsdatum bereits abgelaufen ist.

Ich hatte nicht vor, nachdem ich mehrere Jahre lang recherchiert, Tage, Wochen in diversen Archiven, Bibliotheken zugebracht, mit Augernzeugen gesprochen, auf eigene Kosten durch die Welt gereist war, dann knapp 18 Monate lang wie der Mönch Luther in meinem Kämmerlein gesessen und das Buch geschrieben hatte, nicht nochmals Monate oder gar Jahre damit zu bringen, mein ausgezeichnetes Buch, das, hätte ich es ein paar Jahrzehnte vorher, nach einem Germanistikstudium veröffentlicht, eine astreine Dissertation gewesen wäre, wie etwas Unverkäufliches anzubieten.

Da ich mir vorgenommen hatte, nicht den Weg des leichtesten Widerstands zu gehen, indem ich meine vormaligen beruflichen Kontakte – wie das eigentlich üblich ist – zu nutzen, um mein Buch als Gefälligkeit veröffentlicht zu sehen, noch meine familiären Kontakte zu diversen Verlagshäusern für eine Veröffentlichung zu nutzen, blieb mir nur die Ochsentour, sowie learning by doing.

Zwei sog. namhafte wie etablierte Verlage waren schließlich so gnädig, durch einen ihrer Lektoren, mein Manuskript, das über 1.000 Seiten umfasste, zu prüfen. Im ersten Fall ließ mich der Lektor wissen, dass er die Arbeit gut bis ausgezeichnet fände, doch es nun durch die Lektoratskonferenz bringen müsse. Das andere Verlagshaus ließ mich wissen, falls ich den Umfang um 800 Seiten reduzieren würde, könne man über die Veröffentlichung reden. Sollte ich tatsächlich den größten Teil meiner jahrelangen Schufterei durch den Kamin entsorgen, ein über tausend seitiges Manuskript auf unter 200 Seiten eindampfen? Dazu verspürte ich keinerlei Lust noch Veranlassung. Die Idee griff ich allerdings später auf, um  ein völlig neues, weniger umfangreiches Buch des gleichen Inhalts zu schreiben. Es wurde die Bildmonografie Ein Leben im Zeichen des Mirakels.

Der Buchmarkt im Krisenjahr 2008 war nicht einfach, weshalb sich der Verleger in der Konferenz gegen den Rat und das Votum seines Lektors entschied, mein Buch cancelte und statt dessen für das Geld eine US-amerikanische Lizenz erwarb. Aus seiner Sicht, unter betriebswirtschaftlichem Aspekt wahrscheinlich die bessere, richtige Entscheidung für seinen Verlag im Jahr 2008, für mich als Autor ein Desaster.

Damals kam mir, bei der fieberhaften Suche nach einer Alternative, ein besonderer Zufall zur Hilfe. Das damalige Startup wollte eine Alternative zum damaligen Platzhirsch und Pionier des Selfpublishing in Deutschland aufbauen. Daher versuchten sie eine Strategie, die, hätte sie in der Breite funktioniert, ein interessantes Model abgegeben hätte, ein Mittelding, zwischen Selfpublishing und traditionellem Verlag. Das Startup bot an, Bücher, die ihren Kriterien und Qualitätsstandard entsprachen, kostenfrei zu veröffentlichen, wie ein traditioneller Verlag, mit dem Unterschied, dass sie keine komplette Auflage der Bücher druckten und sich ins Lager stellten, sondern nach dem print on demand Prinzip. Damit wurde meine Vollmoeller Biografie veröffentlicht – ordentlich mit deutscher ISBN – ohne irgendeine Kostenbeteiligung meinerseits. Natürlich wurde mir bedeutet, dass es schön wäre, ich würde nach erfolgter Veröffentlichung – auch die Nationalbibliothek wurde mit ihren Pflichtex. versehen – bei Gelegenheit ein paar Exemplare erwerben würde, doch das war nicht Vertragsinhalt noch Voraussetzung für die Veröffentlichung gewesen.

Tatsächlich erwarb ich später einige Ex. der Biografie zum Autorenpreis, die ich als Rezensionsexemplare unters Volk brachte. Mein Erfolg mit diesen Rezensionsex. überzeugte das Startup, so dass es heute diesen traditionellen Verlagsservice für seine Kunden anbietet, allerdings inzwischen, um profitabel zu werden, vom kostenlosen Veröffentlichen auf bezahltes wechselte, weshalb es inzwischen zu den klassischen Unternehmen gehört, die ihren Autoren für eine Veröffentlichung eine Menge Geld aus der Nase ziehen. Grund für mich, dort nicht mehr zu veröffentlichen.

Im Gegensatz zu Goethe, der sein erstes Buch und eine Auflage von 500 Exemplaren selbst finanzierte, somit heute zu den verächtlich gesehenen zahlenden Selfpublishern zählen würde, keine Chance hätte, in einem traditionellen Verlag veröffentlicht zu werden – denn in Deutschland gilt: einmal ein Schmuddelkind, immer eines; bezahlte Veröffentlichung = unseriös, unqualifiziert; gelang mir meine erste Buchveröffentlichung zu klassischen Konditionen: ich zahlte weder im Voraus, noch war ich verpflichtet, anschließend eine bestimmte Menge der eigenen Bücher zu erwerben. Dass ich dennoch 10 Ex kaufte, um sie für Rezensionen bereit zu stellen, erwies sich als richtig. War aber kein Vertragsgegenstand.

Durch die Rezensionen wurden die Bibliotheken erst Deutschlands, dann im EU Ausland, schließlich in den USA auf meine Biografie aufmerksam. Dann folgte die Library of Congress, sämtliche Privat-Universitäten der USA, schließlich Bibliotheken von Hoch- und Fachhochschulen in Deutschland. Dann empfahlen einzelne Professoren den Titel als Semesterlektüre. Voila.

Mein Erfolg überzeugte die Prüfungskommission des Schriftstellerverbands, man nahm mich auf.

Nach dieser ersten Biografie, zugleich mit meinem ersten veröffentlichtem Buch, folgten zwei zweitere Biografien, das erwähnte Mirakel und jene über Marlene Dietrich. Letztere machte ebenso wie die Vollmoeller Biografie das Filmuseum auf meine Bücher aufmerksam, was zur Folge hatte, dass die für Film und Schauspiel zuständigen Hochschulen ebenfalls meine Titel anschafften. Dank der Verkäufe in den USA wurde man sogar downunder auf meine Bücher aufmerksam. Deshalb stehen sie inzwischen auch dort in den staatlichen Bibliotheken, wie in den Büchereien privater und staatlicher Unis.

Nun kam ein Verlag auf mich zu. Statt mir die Hacken wund zu laufen, unzählige Absagen zu kassieren, kam man auf mich, der ich offiziell als Selfpublisher galt, ein Verlag zu, um mir ein Buchprojekt vorzuschlagen. Ich war grundsätzlich aufgeschlossen, stellte jedoch bereits während der konzeptionellen Planung fest, wie hierarchisch festgefahren diesesVerlagshaus agierte. Nach einigen Wochen des Hin und Her sagte ich meine Mitwirkung ab, froh, wieder ganz mein eigener Herr und Meister zu sein.

Seither genieße ich meine Freiheit und Unabhängigkeit. Über meine Titel, ihren Umfang, ihren Inhalt, ihr Erscheinungsdatum entscheide ich selbst. Drei weitere Titel von mir, darunter der autobiografische Band Begegnungen auf Sylt, hat sich trotz Veröffentlichung in Eigenregie einen festen Platz im Buchmarkt erobert. Anders als bei Verlagen, die ihre Bücher in der Regel nach 2-3 Jahren verramschen, sind meine Titel seit Jahren am Markt, und verkaufen sich dennoch ordentlich.

Anfangs glaubte ich den Sprüchen von Amazon und Co., setzte niedrige Preise fest, so dass mir nur Centbeträge blieben, brachte bei sog. Werbeaktionen Mengen kostenloser E-Books an den Mann. Das hatte nichts anderes zur Folge, als dass seither zahlreiche Raubkopierer meine Titel, teilweise gegen Geld, anbieten, ohne dass ich je etwas abbekomme. Zwar bin ich anfangs gegen diese Formen der ungesetzlichen Vermarktung vorgegangen, doch sobald ich eine Quelle in Asien oder den USA trocken gelegt hatte, wuchsen zwei neue nach.

Inzwischen habe ich meine Erfahrungen zu eigener Marktpräsenz und Vermarktungsoptimierung genutzt. Statt meine E-Books für lau oder gar kostenlos in den Markt zu schleudern – davon pfofitiert nur Amazon für seine Kunden – setzte ich die Preise auf generell 50% vom Printbook herauf. Zudem machte ich meine Bücher statt immer billiger, immer teurer. Seither verkaufe ich zwar geringere Stückzahlen, doch verdiene ich pro Buch das 4-5 fache dessen, was die Honorarsätze traditioneller Verlage ihren Autoren gewähren.

Da meine Bücher nicht in jene Kategorien gehören, in denen man hohe Stückzahlen verkaufen kann, sondern überwiegend dem Markt für Fach- und Sachbücher angehören, wo auch im traditionellen Verlag weit kleinere Brötchen gebacken werden, sprich, geringe Auflagen zwischen 500 bis 3.000 die Regel sind, deren Reste (zwischen 500-1500) nach zwei, drei Jahren wegen der Lagerkosten verramscht werden, so sie nicht längst ebenfalls bei Amazon & Co. im print on demand produziert werden – wo ist der Unterschied zum Selfpublishing? – im Label „Verlag“, mit miesem Vertrag, der den Autor enorm entrechtet und hohe Teile seiner Einnahmen in die Taschen der Verleger leitet?

Meine Bücher dagegen bringen es mittlerweile auf akzeptable Gesamtverkäufe, zwar über einen längeren Zeitraum, dafür aber profitabler. Das entscheidende Manko liegt in der internationalen Rechteverwertung. Während Verlage über eigene Lizenzabteilungen verfügen, über Kontakte, und während der beiden großen Messen schwungvollen Lizenzhandel treiben, ist es mir bisher nicht gelungen, ausländische Lizenzen zu vergeben. Die Vollmoeller Biografie, deren Marktpotential auf Englisch ungefähr 8 bis zehnfach höher liegt, als für die deutsche Version, wird deshalb im Ausland vornehmlich nur für Germanistik-Studiengänge angeschafft. Der gesamte Privatkundenmarkt bleibt außen vor.

Ich denke, aus dem Angeführten ist bereits hervorgegangen, dass, je nach Genre und Objekt, die Unterschiede zwischen selbstveröffentlichtem Buch und verlagsveröffentlichtem überaus fließend geworden sind.  Es kommt auf den Fachbereich sowie Inhalt des betreffenden Buches an.

Angesichts meiner Bücher und ihrer Inhalte fällt es mir schwer, sie, nur weil sie in einem ähnlichen Verfahren, d.h. on demand veröffentlicht werden, gleichzusetzen mit dem Gros dessen, was unter der Flagge „selbst verlegt“ läuft. Da tummeln sich natürlich viele selbstverliebte oder selbstsüchtige Menschen, die irgend etwas Persönliches, oder Banales, oder mies zusammen Geschustertes unters Volk bringen wollen. Diese Selfpublisher als „Autor“ im Sinne des Wortes oder gar „Schriftsteller“ zu bezeichnen, verbietet sich von selbst. Doch gerade im angelsächsischen Raum, Deutschland zieht hier zumindest in wissenschaftlichem Bereich nach, werden mittlerweile zahlreiche fachwissenschaftliche Publikationen, Doktorarbeiten, in einer Art von Selbstverlag, in eigener Regie, als Selfpublisher, fast immer mit freiem Zugang für Jedermann (open access), veröffentlicht. Diese ausgezeichneten Fachbücher und ihre oftmals hoch angesehenen Autoren unter die Masse der Selfpublisher zu subsumieren, wäre unangemessen.

Insofern, so meine Einschätzung, ist es an der Zeit, die tradierte Sichtweise zu überdenken. Die Grenzlinie zwischen Verlagsveröffentlichung und in Eigenregie veröffentlichtem Buch kann und sollte nicht länger ausschließlich an der Veröffentlichungsform, noch daran, ob Jemand dafür etwas zahlt oder bekommt gemessen werden, sondern ausschließlich am Inhalt. Frei nach dem Motto: zeig mir Deine Bücher und ich weiß wer Du bist.

Denn ich bin weiß Gott nicht allein damit, die weit mühseligere Arbeit über ein Lektorat, mit bzw. eher gegen einen verknöcherten Verlags-Apparat, mit jener eigen- und selbstbestimmten Form des Schreibens und Veröffentlichens zu tauschen, die Selfpublisher haben. Ein Cousin, ausgewiesen als sehr kompetenter Fachwissenschaftler, hat nach einer geradezu traumatischen Erfahrung mit dem Lektorat eines der renommiertesten Fachverlage der Republik die Nase von dieser Form der Gängelung und des Eingriffs in seine Freiheit als Autor dermaßen voll, dass er zunächst viele Jahre gar nicht mehr veröffentlichte, und sich nun, wie ich, aufs Selfpublishing verlegt hat. Das tut ihm und seinem seelischen Befinden gut. Ob deshalb die fachliche Qualität seiner Bücher gesunken ist? Kaum, sogar im Gegenteil. Das rechthaberische Lektorat hat die Qualität der betreffenden Arbeit deutlich negativ beeinflusst.

Deshalb ein letztes Mal: nicht die Form, wo und wie wir ein Buch veröffentlichen, sollte darüber entscheiden, ob wir „gut“ oder „schlecht“, Amateur oder Profi, anerkannt oder schlecht beleumdet gelten, sondern ausschließlich das Ergebnis unserer Arbeit, unser Buch und dessen Inhalt.

Ein Letztes:  das bei den meisten Selfpublishern fehlende Korrektorat ihrer Bücher sorgt für eine Reihe von Tippfehlern, kleineren oder größeren Zeichensetzungsfehlern, kurzum zu einer Beeinträchtigung der formalen Qualität. Meines Erachtens handelt es sich hierbei um ein weiteres Phänomen deutscher Korinthenkackerei. Wenn ich die inzwischen zahllosen Fehler in Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln dagegen halte, das Niveau, auf dem heutige Studenten und angehende Wissenschaftler ihre Arbeiten abliefern – voller Rechtschreib- und Grammatikfehler – dann empfinde ich es aus Gründen der Verhältnismäßigkeit als anmaßend, wenn ein Rezensent ein Buch deshalb schlecht beurteilt, weil auf 250 Seiten mit rund 250.000 Zeichen vier bis fünf Tippfehler und ein paar Komma fehlen oder an der falschen Stelle stehen. Umgerechnet handelt es sich bei den Fehlern um Werte im vier bis fünfstelligem Promillebereich, hinter dem Komma. (0,0001%). Daraus machen Kritiker, die sich an Formalem aufhängen, vernichtende Rezensionen. Shame on them.

In meiner persönlichen Bibliothek finden sich Bücher, aus angesehenen Verlagen stammend, von ausgezeichneten Autoren verfasst, noch von Hand gesetzt, von Korrektoren korrigiert, und dennoch stößt man auf vier bis sechs, manches Mal sogar mehr Fehler. Fehler sind menschlich, es gab sie zu früheren Zeiten, es gibt sie noch heute. Für mich wäre es nur fair, wenn ein Buch nach seinem Inhalt und nicht nach einigen formalen Fehlern beurteilt wird. Erstens schleichen sich die auch in traditionell verlegte Bücher ein, und sind heute u.a. auf zwei Rechtschreibreformen und veränderte Schreibweise, Satzbau und Zeichensetzung zurück zu führen. Bestes Beispiel, lasse ich die ehemalige Duden-Rechtschreibprüfung laufen, markiert die Software jede Menge Fehler, wenn der Text nach der neuen Rechtschreibung geschrieben wurde und umgekehrt. Will sagen, sich an Formalien aufzugeilen ist in etwa so, als wolle man päpstlicher sein, als der Papst. Ein wenig Demut vor der Leistung einer Person, die ein paar hundert Seiten verfasst hat, statt sich auf ein paar Formalien zu kaprizieren. Das wäre aus meiner Sicht angebracht. Selfpublisher oder Autor eines Verlags.

 

 

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